Entenbrust gegrillt
Um mal wieder ein wenig berufliche Mobilität zu gewinnen, verbrachte ich die vergangenen Stunden damit, die lebenslauf-relevanten Veröffentlichungen mit biblatex zu formatieren und stellte fest, dass ich seit 20 Jahren das Falsche tue, um das Richtige zu erreichen, will sagen MS-Produkte verwende(te) anstatt das anständig zu machen (mit Latex und biblatex).
Und ich verfüge über einen eng begrenzten Vorrat an Geduld, d. h. wenn Sachen wie “sorting=ydnt” nicht auf Anhieb klappen, koche ich was, heute Entenbrust auf dem Grill (Achim hat recht, die Saison ist nicht und nie vorbei).
(Vielen Dank für diesen Beitrag an Jens.)
Wenn man die Suchmaschinen befragt, wie eine Entenbrust auf dem Grill zuzubereiten sei, stößt man schnell auf Ignoranz und Ablehnung (Schuhsohle, zäh usw.), aber auch auf Perlen wie die unbedingt zu lesende Rubrik von Hugh Fearnley-Whittingstall im britischen Guardian, der ich die folgende, leicht modifizierte Marinade (kein Chili, da Kleinkinder am Tisch) entnehme. Zuerst müssen die Gäste informiert werden, dass die Flugentenbrust nicht “durch” sein will, sondern wir Medium-Rare anstreben, dann geht es los:
Marinade:
2 Teelöffel Honig
2 Teelöffel Sojasauce
2 Teelöffel Sesamöl
Saft und abgeriebene Schale einer Limone
2 Frühlingszwiebeln, fein gehackt
1 Daumen frischen Ingwer gerieben
2 Knoblauchzehen zerdrückt
Alle Zutaten in einer Schüssel/Schale vermengen, die groß genug ist, dass 3-4 Flugentenbrüste nebeneinander liegen können.
Entenbrust:
3-4 Flugentenbrüste mit Haut
Die Haut, nicht das Fleisch, kreuzweise einschneiden.
Mit der Haut nach oben in die Marinade legen.
Einige Stunden in den Kühlschrank legen.
Rausnehmen und auf Raumtemperatur bringen.
Mit der Haut nach unten auf den (sauberen!) Grill bei mittlerer Hitze legen.
5 Minuten liegen lassen.
Wenden.
8 weitere Minuten braten.
In Alufolie einschlagen und 5 Minuten ruhen lassen.
Es ist nicht ganz einfach, die richtige Hitze zu finden. Meine Kohlen waren zu heiß und das Fett von der Hautseite ist in den Grill getropft. Da ich keine Wasserpistole zum Löschen zur Hand hatte, habe ich, unter Schmerzen, zur Aluschale greifen müssen.
Das Fleisch war nach dem Rasten wie versprochen Medium-Rare, aber da konnten die Gäste wenig mit anfangen. Daher hatte ich später die Freude und das Vergnügen, die abgekühlten zart-rosa Entenbrüste ganz privat aufzuschneiden und mit etwas gehobelten Ziegenhartkäse, Basilikum und frischen Balkontomaten alleine zu verzehren. Sehr lecker!
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