Entenbrust mit Ananas

beilage-pfifferlinge-zwiebeln-bruehe

Im Internet tummeln sich einige Rezepte für eine Entenbrust mit Ananas. Ich habe dieses von Hugh Fearnley-Whittingstall, der nicht nur eine unbedingt zu empfehlende Kochrubrik im britischen Guardian schreibt, sondern vor allem tolle Kochbücher. An seinem Rezept überzeugen die Robustheit des Vorgehens und natürlich das Resultat. Verglichen mit Hühnern ist der Marktanteil von Enten gering und man könnte meinen, die Tiere seien vor intensiven Produktionssystemen  sicher, doch weit gefehlt. Die Massenmast hat in den vergangenen Jahren zugenommen und zeitigt für den Geschmack des Fleisches und die Lebensqualität der Ente noch schlimmere Konsequenzen als beim Huhn (kaum vorstellbar, aber dennoch). Beredtes Zeugnis davon legen die Klagen im Internet über schwabbelige Kruste und schuhsohlenhartes Fleisch ab. Die Wut über die Versagerente erklärt sich auch damit, dass viele Konsumenten Ente kaufen, um sich etwas Besonderes zu gönnen (Weihnacht, romantisches Dinner und andere Peinlichkeiten). (Vielen Dank für diesen Beitrag an Jens.)

Einmal davon abgesehen, dass jede, die mir eine sojagemästete und intensiv geschundene Ente serviert, ganz bestimmt ohne Nachtisch ins Bett ginge, kann man festhalten, dass eine Freilandente (also mit Teich, durch die Gegend rennen und lecker Sachen schnabelnd etc.) ein sehr vergebendes Tier ist: Knusprige Kruste und zartrosa, schmelzweiches Fleisch gelingen aus dem Stand.

Rezept:

2 Entenbrüste mit reichlich Fett vor dem, nun ja, sukkulenten, tiefroten Fleisch
1 große Ananas
3 EL Sojasauce
1 TL brauner Zucker oder Honig
3 Knoblauchzehen, gehackt oder gerieben
1 Babyfaust frischer Ingwer, gerieben
1 frischer Chili, Samen entfernt, kleingehackt (die Menge hängt von der gewünschten Schärfe ab)
Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen (Menge ebenfalls entsprechend der gewünschten Schärfe)
etwas Sonnenblumenöl (oder alles andere mit hohem Siedepunkt, KEIN Olivenöl)
2 oder mehr Frühlingszwiebeln, fein geschnitten
etwas Puderzucker

Die Entenbrustfilets 3-4 Mal im Fett einschneiden. Hier kann man gleich den ersten schwerwiegenden Fehler machen: Wir verwenden ein gutes, schweres, frisch abgezogenes Messer und schneiden NUR in das Fett und NICHT in das Fleisch.
Marinade anrichten: Von der Ananas zwei je zwei Zentimeter dicke Scheiben abschneiden, Schale entfernen, in faustgroße Portionen scheiden und diese über einer Schale ausdrücken. Das ergibt einige Teelöffel Ananassaft. Sojasauce, Zucker oder Honig, Knoblauch, Ingwer, Chili und Pfeffer dazu. Alles in eine Schale o. Ä. geben, Entenbrüste dazu, mehrmals wenden, bis alle Seiten mit Marinade überzogen sind und für einige Stunden kalt stellen.
Entenbrüste aus der Marinade nehmen und trocken tupfen. In einer sehr heißen Pfanne mit dem Öl von beiden Seiten fix anbräunen. In einer kleinen Auflaufform o. Ä. mit der Fettseite nach oben legen, Frühlingszwiebeln drunter positionieren und mit der Marinade übergießen. Ab in den Ofen bei 220 ° für 8-10 Minuten, bis die Kruste knusprig und das Fleisch pink sind.
Raus aus dem Ofen und unter lose aufgelegter Alufolie ruhen lassen.

entenbrust-ananas-pfifferlinge-petersillie

In eine kleine Pfanne mit etwas Öl die restliche Ananas – in mundgerechte Portionen zerteilt – geben, mit Puderzucker bestreuen und gelegentlich wenden, sodass die Ananasstücke anbräunen und karamelisieren.
Die Marinade und alle Fleischsäfte dazu und blubbern lassen, bis ein feiner Sirup entsteht, dabei immer wieder die Ananasstücke wenden. Dann das Fleisch in die Pfanne und mehrfach wenden, bis es mit dem Sirup überzogen ist.
Die Entenbrüste an den Einschnittstellen zerteilen. Sauce und Ananas drüber löffeln und servieren. Dazu passt Reis und ich habe eine Pfifferling-Petersillie-Pfanne dabei gereicht.
Resultat: Knusprige Kruste, rosa Fleisch, Säure von der Ananas, Süße von Honig und Puderzucker, pilziges vom Pfifferling – Yummy!

entenbrust-nach-dem-ofen



Weitere Empfehlungen:

1 Kommentar zu „Entenbrust mit Ananas“

  • Marlene says:

    Entenbrust habe nur einmal gekocht und das Ergebnis war einfach katastrophal:( Werde mal gerne auch mit Ananas probieren, was davon aber ausgehen wird…weis noch niemand:) Wünscht mir Erfolg!

Kommentieren

Kategorien
Zufällig ausgewählt