Frittata mit Spinat, Pancetta und Ziegenkäse

Ich las – zufällig – vor einigen Jahren “Botany of Desire” von Michael Pollan. Ein sehr gutes Buch über die Interaktion von Mensch und Pflanze. Pollan ist Journalist (für die NY Times) und nur nebenher Akademiker. Das merkt man seinen Büchern an: Flüssig und gut geschrieben einerseits. Sein gegenwärtiges Werk “In Defense of Food” ist unbedingt allen zu empfehlen, die zwei Minuten über ihr Essen nachdenken. Er schreibt, dass das meiste, was wir heute erwerben können, kein Essen sei, sondern leidlich verzehrbare, essenähnliche Substitute. Er will – so der Titel- das Essen und die Mahlzeit verteidigen gegen die unzulänglichen Substitute und den Snack. Was mir persönlich sehr gefallen hat und unmittelbar eingängig ist, ist, dass Arbeit einen Zeitraum zwischen Mahlzeiten darstellt. Bei den wenigen Kalorien, die wir bei der Arbeit am Computer verbrauchen, sind das Mittagessen und mehr noch der lästige Snack vollkommen überflüssig.
Wenn es aber nicht anders geht und man meint, Essen mit zur Arbeit schleppen zu müssen, dann ist eine Frittata, italienische Cousine des französischen Omeletts, eine gute Wahl: Fix und unkompliziert hergestellt, prima zur Resteverwertung und einfach zu transportieren.
(Vielen Dank für diesen Beitrag an Jens.)

Rezeptvorschlag (in eine Frittata können alle möglichen Reste außer nassem Zeug wie Tomaten):

1 EL Rapsöl
100 g Pancetta, in kleine Würfel geschnitten
4 Schalotten, fein geschnitten
100 g frischer Spinat (ich habe es ausprobiert, auch der gute tiefgekühlte kommt nicht an den frischen ran)
8 Eier – Bio (tut euch den Gefallen)
25 g Cheddar, fein gerieben
1-2 Prisen Muskatnuss
100 g weicher Ziegenkäse
Salz, Pfeffer

Öl in einer tiefen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Pancetta rein, kurz anbraten, bis die Würfel golden sind. Aus der Pfanne heben. Schalotten rein, Hitze runter, 10 Minuten braten lassen, bis die Schalotten weich sind und bevor sie braun werden. Die grob zerrupften Spinatblätter dazu und mitgaren lassen, bis er in sich zusammenfällt.
Eier in einer Schüssel aufschlagen, Pancetta, Schalotten, Spinat, den geriebenen Käse, die Prise Muskatnuss und Salz und Pfeffer dazugeben und durchmengen.
Die Pfanne auf niedriger Stufe erhitzen, die Ei-Mischung hinzugeben und langsam ohne Rühren köcheln lassen. Die Eimasse stockt von unten nach oben. Nach ca. 5 Minuten sollte die untere Hälfte gestockt sein, und oben gibt es noch nasse Eier-Brühe.
Nun den Ziegenkäse über der Pfanne zerbröseln und ab in den vorgeheizten Ofen (180°), ca. 5 – 10 Minuten, bis alles gestockt und der Käse zerlaufen ist.

Nach Gusto heiß, warm oder kalt servieren.

So eine Frittata ist prima, aber unsere sind nicht transportabel: Die sind einfach immer aufgegessen, bevor es zum Roboten geht. Und das ist auch gut so: Das Mittagsmahl erfüllt viele wichtige Funktionen unter Kollegen. Aber wenn diese die Kantine, Mikrowelle und weitere Lästigkeiten vorziehen, kann man das auch knicken, sich die leeren Kalorien sparen und abends eine eigene Frittata basteln. Ist besser.



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