Rotkohl – Kampf der Glasware!
Rotkohl aus dem Glas galt immer als akzeptable Alternative zu der wahren Ware. Aber erstens kriege ich bei meinen Eltern immer selbst gemachtes Rotkraut und das verdirbt den Appetit auf die Glasware. Zweitens und wichtiger wird der Industrie-Rotkohl nun auch mit Maissirup gezuckert und der macht den Stoffwechsel kirre und fördert die Gewichtszunahme. Bezeichnet als Glucose-Fructose-Sirup wird das Teufelszeug hierzulande merkwürdig rücksichtsvoll behandelt (es scheint, als seien alle Beiträge von Lobbyisten und Agenturen verfasst), während sich Nordamerika einer Hysterie nähert und die eigene Fettleibigkeit monokausal auf den High-Fructose Corn Syrup (HFCS) reduziert.
Wie auch immer. Brian Wansink hat in seinem lesenswerten, aber unkritischen Buch “Mindlees Eating. Why We Eat More Than We Think” festgehalten, dass wir mehr als 200 Entscheidungen über Essen treffen, jeden Tag! Von früh bis spät!
Und Entscheidung 201 lautet: Der Rotkohl kommt nicht mehr aus dem Glas!
(Vielen Dank für diesen Beitrag an Jens.)
Rezept:
1 schönen großen Kopf Rotkohl
1 paar saure Äpfel
etwas Gänseschmalz
Lorbeerblätter
Gewürznelken
Zimt
Honig
Orangenschale, unbehandelt
Essig und Wein
Wasser oder Brühe
und weitere Zutaten nach Wahl
Äußere Blätter des Rotkohl entfernen (damit lassen sich prima Rouladen machen). Rotkohl halbieren, Strunk großzügig entfernen.
Entweder hat man nun zum Zerkleinern eine schöne große Reibe oder jagt wie ich den Rotkohl in mehreren Durchgängen durch die Küchenmaschine. Wein und Essig angießen und über Nacht marinieren.
Zwiebeln würfeln, Äpfel (geschält oder ungeschält, aber immer entkernt) würfeln. Gänseschmalz zerlassen, Zwiebeln hellgelb rösten. Den Kohl dazu, andünsten. Äpfel und alle weiteren Gewürze, Früchte, Zutaten hinzugeben und mit Wasser oder Brühe angießen. Ca. 30 bis 40 Minuten garen, dann ist der Kohl noch bissfest. Auch wenn es schwerfällt: Rotkohl einmal komplett auskühlen lassen und langsam wieder erhitzen. Servieren
Das ist nur eine Variante. Wenn man einen ganzen Kopf Rotkohl kauft, fällt jede Menge Rohmaterial zum Experimentieren an. Probiert es aus, variiert und friert den Rest ein oder konserviert ihn anders – z. B. in Gläsern
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