{"id":8036,"date":"2010-11-24T18:56:42","date_gmt":"2010-11-24T16:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/mundgericht.de\/?p=8036"},"modified":"2013-01-01T16:27:40","modified_gmt":"2013-01-01T15:27:40","slug":"teltower-rubchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mundgericht.de\/index.php\/teltower-rubchen\/","title":{"rendered":"Teltower R\u00fcbchen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/mundgericht.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Teltower-R\u00fcbchen_ji-W800.jpg\" rel=\"lightbox[8036]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-8037\" title=\"Teltower R\u00fcbchen\" src=\"http:\/\/mundgericht.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Teltower-R\u00fcbchen_ji-W800.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"http:\/\/mundgericht.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Teltower-R\u00fcbchen_ji-W800.jpg 800w, http:\/\/mundgericht.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Teltower-R\u00fcbchen_ji-W800-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieses feine Gem\u00fcse w\u00e4chst nur in der Gegend von Teltow in der N\u00e4he von Berlin. Es bedarf der speziellen m\u00e4rkischen Erde um diesen R\u00fcben ihren ganz eigenen Geschmack zu geben. Deshalb sind sie auch nur regional bekannt und im restlichen Land schwer zu erhalten.\u00a0 Erntezeit ist von September bis Dezember. Die R\u00fcbchen kann man verwenden wir M\u00f6hren, Pastinaken oder Petersilienwurzel. Also als Beilage von Suppen oder, wie auf dem Bild in Butter und Zucker karamellisiert mit ein wenig Gem\u00fcsebr\u00fche.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In DDR-Zeiten wurden sie kaum angebaut. Erst in den letzten Jahren werden die R\u00fcben, dank gestiegener Nachfrage wieder vermehrt gepflanzt. \u00a0Im 18.und 19. Jahrhundert hingegen waren sie allgegenw\u00e4rtig auf Teltower Feldern. Auf ihre Lagerung verwendete man gr\u00f6\u00dfte Sorgfalt. So schreibt die \u201eOekonomische Encyclop\u00e4die\u201c von Johann Georg Kr\u00fcnitz im Jahre 1820 in Band 128: \u201eViele Teltower verwahren ihre R\u00fcben zur Dauer im Sande, der in Back\u00f6fen oder auf den Stuben\u00f6fen zur vollkommensten Trockenheit und D\u00fcrre gebracht seyn mu\u00df. Man siebt ihn hernach durch, damit nicht etwa spitzige Steinchen, die die R\u00fcben anreiben und F\u00e4ulni\u00df verursachen k\u00f6nnen, darunter bleiben. Man sch\u00fcttet dann eine Lage Sand ohngef\u00e4hr von zwei Zollen auf den Boden des Gef\u00e4\u00dfes, hierauf werden die R\u00fcben eine bei der andern gelegt und sanft angedr\u00fcckt, dann wieder Sand\u00a0 und R\u00fcben, bis das Gef\u00e4\u00df voll ist.\u201c Dann kamen die R\u00fcben in den Keller und es wurde immer wieder \u00fcberpr\u00fcft, ob nicht gar eine faulige unter ihnen ist.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel kann man sehr sch\u00f6n sehen, wie sich die Lagerhaltung von Obst und Gem\u00fcse im Laufe der Jahrhunderte ver\u00e4ndert hat. K\u00fchlschr\u00e4nke und Konservierungsmittel haben den Umgang mit Lebensmitteln grundlegend ge\u00e4ndert. Damit geht aber auch eine ganz andere Einstellung und Wertsch\u00e4tzung zur Nahrung einher. Die meisten Dinge sind das gesamte Jahr \u00fcber erh\u00e4ltlich und preislich erschwinglich. Was nicht mehr perfekt ist, wird entsorgt. Wir m\u00fcssen nicht mehr Hunger leiden, wenn wir unsere Ernte nicht sorgf\u00e4ltig und aufwendig gelagert haben. Diese Sorglosigkeit\u00a0 l\u00e4sst uns oft nicht mehr genau hinsehen und \u201ehinschmecken\u201c. Schade eigentlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses feine Gem\u00fcse w\u00e4chst nur in der Gegend von Teltow in der N\u00e4he von Berlin. Es bedarf der speziellen m\u00e4rkischen Erde um diesen R\u00fcben ihren ganz eigenen Geschmack zu geben. 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