Dieses feine Gemüse wächst nur in der Gegend von Teltow in der Nähe von Berlin. Es bedarf der speziellen märkischen Erde um diesen Rüben ihren ganz eigenen Geschmack zu geben. Deshalb sind sie auch nur regional bekannt und im restlichen Land schwer zu erhalten.  Erntezeit ist von September bis Dezember. Die Rübchen kann man verwenden wir Möhren, Pastinaken oder Petersilienwurzel. Also als Beilage von Suppen oder, wie auf dem Bild in Butter und Zucker karamellisiert mit ein wenig Gemüsebrühe.

In DDR-Zeiten wurden sie kaum angebaut. Erst in den letzten Jahren werden die Rüben, dank gestiegener Nachfrage wieder vermehrt gepflanzt.  Im 18.und 19. Jahrhundert hingegen waren sie allgegenwärtig auf Teltower Feldern. Auf ihre Lagerung verwendete man größte Sorgfalt. So schreibt die „Oekonomische Encyclopädie“ von Johann Georg Krünitz im Jahre 1820 in Band 128: „Viele Teltower verwahren ihre Rüben zur Dauer im Sande, der in Backöfen oder auf den Stubenöfen zur vollkommensten Trockenheit und Dürre gebracht seyn muß. Man siebt ihn hernach durch, damit nicht etwa spitzige Steinchen, die die Rüben anreiben und Fäulniß verursachen können, darunter bleiben. Man schüttet dann eine Lage Sand ohngefähr von zwei Zollen auf den Boden des Gefäßes, hierauf werden die Rüben eine bei der andern gelegt und sanft angedrückt, dann wieder Sand  und Rüben, bis das Gefäß voll ist.“ Dann kamen die Rüben in den Keller und es wurde immer wieder überprüft, ob nicht gar eine faulige unter ihnen ist.

An diesem Beispiel kann man sehr schön sehen, wie sich die Lagerhaltung von Obst und Gemüse im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Kühlschränke und Konservierungsmittel haben den Umgang mit Lebensmitteln grundlegend geändert. Damit geht aber auch eine ganz andere Einstellung und Wertschätzung zur Nahrung einher. Die meisten Dinge sind das gesamte Jahr über erhältlich und preislich erschwinglich. Was nicht mehr perfekt ist, wird entsorgt. Wir müssen nicht mehr Hunger leiden, wenn wir unsere Ernte nicht sorgfältig und aufwendig gelagert haben. Diese Sorglosigkeit  lässt uns oft nicht mehr genau hinsehen und „hinschmecken“. Schade eigentlich.