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Rheinischer Sauerbraten – Teil 1 – Einlegen
Festen Entschlusses, einen Sauerbraten zu erschaffen, traf sich die Kochgruppe diesmal 48 Stunden vor dem eigentlichen Dinner. In diesem Beitrag möchte ich die außergewöhnlichen und aufregenden Ereignisse des 15. April anno 2011 beschreiben. Ich werde die Hintergründe eingehend beleuchten und versuchen, alle Details soweit sie mir in Erinnerung geblieben sind, wahrheitsgemäß wiederzugeben. Gipfeln wird diese Symphonie der Wirrungen dann im zweiten Teil dieser Aufzeichnungen, welcher den Titel - ZUBEREITUNG – tragen wird. Vielen Dank an dieser Stelle an Dr. Matzenstein und den Helfeshelferinnen Renate und Ayşe für ihre kompetente Hilfe.
Lammkeule in saurer Sahnesauce
Eigentlich wollte ich ja eine Hammelkeule machen. Das ist aber gar nicht einfach heutzutage. Selbst gutsortierte türkische Fleischer sehen einen staunend an, wenn man nach Hammelfleisch fragt. Der Wunsch nach kandierten Hamstern könnte nicht abwegiger sein. Während meine Mutter in meiner Jugend noch häufig Hammel verarbeitet hat, bevorzugt der moderne Mensch offenbar das zartere und weniger geschmacks- und geruchsintensive Lammfleisch. Pech für das Lamm. Glück für die vom Hammelgeruch verschonten Nachbarn.
Bürgermeisterstück
Das Bürgermeister- oder Pastorenstück liegt oberhalb der Keule und besteht aus zartem Muskelfleisch. Es ist nicht ganz einfach, es korrekt auszulösen und das sollte daher vom Metzger eures Vertrauens gemacht werden.
Es eignet sich für festliche Anlässe und verbietet sich auch preislich im Alltag.
Zur Landtagswahl in NRW 2010 beflügelte mich die Hoffnung und frohe Erwartung auch wider alle Vernunft, dass Herr Rüttgers und verwandte hinfällige Funktionseliten niemals wieder ein Bürgermeisterstück genießen, sondern auf Schuhsolen kauten sollten, bis ans Ende ihrer Tage. Oder positiver mit Brecht formuliert (Flüchtlingsgespräche): “…warum keine Handbücher übers Fressen und die andern Annehmlichkeiten, die man unten nicht kennt, als ob man unten nur den Kant nicht kennte! Das ist ja traurig, daß mancher die Pyramiden nicht gesehen hat, aber ich finds beklemmender, dass er auch noch kein Filet in Champignonsauce gesehen hat.” Oder ein Bürgermeisterstück …
(Vielen Dank für diesen Beitrag an Jens.)
Coq au Riesling mit karamellisierten Trauben
Ich liebe Rezepte mit garantiertem Zubereitungserfolg. Denn, wenn liebe Gäste zu Besuch sind, sollte das Menü auf keinen Fall in einer GAU* enden. Sehr hilfreich ist, dass während der Zubereitung des Coq au Riesling die säuerlich-frisch schmeckende Soße gewissermaßen von selbst entsteht und außer dem Abschmecken mit Salz und Pfeffer keiner Nachbehandlung bedarf.
* GAU= größte anzunehmende Ungenießbarkeit ist ein statistisch unwahrscheinlicher, schwerer Störfall während der Zubereitung von Speisen.
Hühnersuppe mit Erbsen und frischen Tomaten
Eine frisch zubereitete Hühnersuppe ist gesund und kann bei Erkältungsbeschwerden für Linderung sorgen. Zitat: “Die Inhaltsstoffe der Hühnerbrühe können entzündungshemmend wirken, weil sie die Beweglichkeit unserer Abwehrzellen einschränken. Der Effekt ließ sich sowohl mit hausgemachter Hühnersuppe als auch mit Fertigsuppen zeigen” (Quelle: Nestle Ernährungsstudio). Unbeantwortet bleibt indes, bei welchen Krankheitsformen die Hühnersuppe ihre heilende Wirkung entfalten kann. Da gemeinhin ein Gegengift aus dem ursprüglichen Gift hergestellt wird, dürfte die Hühnersuppe hervorragend gegen jegliche Symptome der Vogelgrippe wirken. Dieser Logik folgend vermute ich, dass auch bei akutem Rinderwahn oder sich anbahnender Schweinegrippe das Gericht abgewandelt verabreicht werden kann, indem der Fleischanteil der Suppe dem Krankheitsbild angepasst wird. Möglicherweise befinde ich mich mit dieser These aber doch auf dem Holzweg.





Kolheeda - gefüllte Lachsfilets in Weinblättern gegrillt